Wofür wir stehen

Viele der unbeteiligten Beobachter der Diskussionen über den „Generalstreik“ stellen sich die Frage, warum gibt es Menschen, die sich gegen die bisher überwiegend vorherrschende Berichterstattung und Geschichtsschreibung zum „Mössinger Generalstreik“ wehren, warum sie Widerrede erheben, anstatt sich den Huldigungen anzuschließen und eine neue „Marke“ für die Stadt Mössingen zu kreieren.

Statt bis jetzt:

Blumenstadt Mössingen

dann in Zukunft:

Mössingen die Stadt des Aufstands

oder so ähnlich.

Zugegeben, es wäre der einfachere Weg, es wäre ein bequemer Weg und es wäre nicht mit Anstrengung und der persönlichen Konfrontation verbunden. Es wäre kein Kampf David gegen Goliath, wie wir ihn führen müssen angesichts der medialen Übermacht von Talheimer Verlag, Steinlach Boten und den Möglichkeiten der Stadtverwaltung, denen sich der Museumsbeauftragte bedient und wo die Trennschärfe zwischen öffentlicher Arbeit und persönlichem Interesse verwischt wird.

Warum?

Weil wir der historischen Erinnerungen unserer Stadt, unseren Vorfahren, unseren Familien gerecht werden wollen.

Weil nicht ein kleiner Zirkel linksstehender Kreise der alten BRD das Geschichtsbild und die Erinnerung eines Ortes alleine und einseitig bestimmen darf. Dies vor allem auch weil,

  • die meisten dieser Beteiligten nicht im Ort aufgewachsen sind oder keine familiären Wurzeln in Mössingen haben und
  •  sie falsche Angaben und unzutreffenden Begriffe verbreiten, sich nicht an Fakten halten und diese auch noch auf der Homepage der Stadt Mössingen verbreiten dürfen.
  • sie Zeitzeugen-Dokumentationen, die nicht in ihr Darstellungsmuster passen, manipulierend totschweigen.

Weil ausgeblendet wird, dass die kommunistische Ideologie genauso menschenverachtend war und ist, wie die der Nazis und dass Parteigänger dieser Ideologie eben keine Demokraten waren. Sie haben eben nicht am Aufbau der Demokratie mitgewirkt.

Weil die führenden Akteure der gewaltsamen Ausschreitungen vom 31.1.1933 überwiegend von Anhängern dieser kommunistischen Ideologie begangen wurden und wir

  • die Anwendung von Gewalt;
  • die Ausübung von Druck, um eine Teilnahme an einem Streik, zu erreichen;
  • die Aufforderung, die Demokratie abzuschaffen, um sie durch einen Arbeiter- und Bauernstaat nach sowjetischen Muster zu ersetzen

ablehnen

Weil wir diese Akteure, von denen wir kein öffentliches Wort des Bedauerns, geschweige denn einen Protest oder Parteiaustritt vernommen haben, als am 17. Juni 1953 der Volksaufstand in der DDR mit sowjetischen Panzern niedergeschlagen wurde. Auch haben wir nichts derartiges öffentlich von ihnen vernommen als am 13. August 1961 die Mauer gebaut wurde nicht als Vorbilder oder besonders zu ehrende Personen akzeptieren können.

Weil in der wachsenden Stadt Mössingen viele Neubürger keine Ahnung von der Geschichte des Ortes haben können und deren Geschichtsbild nicht durch einseitige Darstellungen und Beschreibungen beeinflusst werden sollen.

Weil auch den heutigen Schülern und zukünftigen Generationen die Fähigkeit vermittelt werden muss, totalitären Ideologien zu widerstehen.

Weil Geschichte nicht in passende und unpassende Fragmente zerlegt werden kann und dann nur noch genehme Wahrheiten verbreitet werden.

Weil der Blick auf die Geschichte immer wieder aufs Neue erfolgen muss und kritischer Nachfrage stand zu halten hat.

Weil das Bild, der Versuch eines Generalstreiks sei eine Mössinger Aktion gewesen, falsch ist.

Weil die Autoren der Neuauflage des Buches „da ist nirgends nichts gewesen außer hier“ auf dem Wissen und dem Zeitgeist der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts stehen geblieben sind. Sie haben nicht nach neuen Quellen gesucht, sie haben, wenn sie zu Ihren Zielen nicht gepasst haben, nachfolgende und zeitgenössische Quellen gezielt nicht berücksichtigt und sie haben wesentliche Fragen bis heute nicht beantwortet.

Weil wichtige Fragen immer noch einer neutralen wissenschaftlichen Klärung bedürfen:

  • Wer hat den Streik angeordnet, wer hat ihn dann wieder abgeblasen?
  • Warum haben sich Gewerkschaften und andere Arbeiterorganisatoren nicht beteiligt?
  • Warum hat sich kein Mössinger Betrieb daran beteiligt? Die immer angeführten Streikteilnehmer der Firma Pausa waren ja keine Streikenden, sondern waren von der Firmenleitung zur Teilnahme an der Demonstration extra von der Arbeit befreit worden.
  • Wie sind die Gerichtsurteile zu Stande gekommen? Waren die Strafen unangemessen und welche Strafmaß wäre heute für die gleichen Taten zu erwarten?
  • Wie ist das Bundes Entschädigungs- Gesetz – Gerichtsverfahren zur Entschädigung der damals beteiligten KPD-Mitglieder verlaufen?
  • Teilzitate aus den Urteilen werden immer zur Verteidigung der Gewalttätigen angeführt.

Zur Erinnerung: Von einer Entschädigung nach diesem Gesetz waren Personen ausgeschlossen, die die freiheitliche demokratische Grundordnung bekämpfen.

Hierzu muss man wissen, dass schon lange vor der Gerichtsentscheidung auf Entschädigung ein Antrag auf Verbot der KPD vor dem Bundesverfassungsgericht anhängig war, weil sie u.A. zum revolutionären Sturz Adenauers aufgerufen hatte – sie verfolgten also immer noch die gleichen revolutionären Ziele wie am 31.1.1933!

  • Das Urteil zur Entschädigung der oben genannten wurde am 25.11.1955 gefällt.
  • Am 17. August 1956 wurde die KPD als verfassungswidrig erklärt.
  • Warum hatte damals die Landesregierung gegen die Entschädigungsurteile geklagt?

Weil wir die Stimme erheben auch für alle Mössinger Bürger, die vor und nach 1990 aus ehemaligen kommunistischen Zwangsregimen in unserer Land gekommen sind und fassungslos mit ansehen und erdulden müssen, wie z.B. die Forderung, einen der damaligen gewalttätigen Akteure,

  • für das Hissen der kommunistischen Flagge in Mössingen,
  • die bereits in den dreißiger Jahren Symbol für Unterdrückung, Folter und Mord war,
  • mit der Bürgermedaille der Stadt Mössingen zu ehren.

Wenn auch Sie sich nicht damit zufrieden geben wollen, geschichtliche Einheitskost vorgesetzt zu bekommen, dann laden wir Sie dazu ein, sich anhand der bekannten Fakten eine eigene Meinung über die Vorgänge vor 80 Jahren zu bilden. Es gibt eine andere Perspektive auf den Mössinger “Generalstreik”, und nur wer auch diese Perspektive kennt, kann selbst sicher urteilen.

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